Eine Frage der Zeit (... die Sonnenuhren in Auribeau)
Die Zeit rinnt uns durch die Finger, ohne dass wir sie weder anhalten noch bremsen können.
Jedoch seit fast fünftausend Jahren sind wir besessen, die unterschiedlichsten Methoden zur Messung der Zeit mit allerlei mehr oder weniger wirksamen Geräten zu erfinden. Die offensichtlichsten Beispiele dafür sind Armband- und Taschenuhr, die uns praktisch stets begleiten oder die Pendeluhr, deren Pendel im Rhythmus des Herzschlags den Ablauf des Tages begleitet.
Aber was war vor Armband-, Taschen- und Pendeluhr? Die Clepsydra, jene antike Wasseruhr, mit der die Ägypter die Zeit durch in ein skaliertes Gefäß fließendes Wasser maßen, wahrscheinlich der Vorfahre unserer Sanduhr, die so nützlich beim Eierkochen ist?
Die beste Garantie zur Messung der ablaufenden Zeit lieferte aber die Sonne. Daher gab es zuerst den Gnomon, einen einfachen Stab, der in den Boden gesteckt wurde und dessen Schatten seine Richtung im Laufe des Tages änderte. Danach kam die Sonnenuhr, die aus einer Fläche bestand, auf der die Stundenlinien eingraviert waren auf die wiederum der Schatten eines Zeigers fiel und somit die ... Sonnenzeit anzeigte.
Wenn man durch die Sraßen von Auribeau spaziert, endeckt man auf Anhieb drei Sonnenuhren an den Fassaden, alle im Laufe der letzten Jahre renoviert. Aber wenn man sich den Häusern etwas nähert, entdeckt man noch Mal so viele ein wenig im Hintergrund der Höfe versteckt, alle genau nach Süden gerichtet, um möglichst lange die Zeit im Laufe eines Tages anzuzeigen.
Wenn man dazu noch die Kirchenglocke rechnet, die zwei Mal am Tag (und zwar ganz genau) die Stunde schlägt, gib es keinen Grund mehr, unpünktlich zu sein.
Auf, zur Suche nach den Sonnenuhren im blumengeschmückten Auribeau, eine gute Gelegenheit, das Dorf näher kennen zu lernen!
Marie-José Nervi