Unter der Leitung von Yann Codou (Universität von Nizza-Sophia Antopolis, Institut CNRS Cépam) und Francois Guyonnet (Archäologe im archäologischen Dienst des Départements Vaucluse) wurden während der Dauer von zwei Wochen archäologische Ausgrabungen durchgeführt. Die Gruppe bestand aus sechs Studierenden der Universitäten Nizza und Aix der Studiengänge Master und Licence.
Trotz der für die Untersuchung kurz bemessenen Zeit, konnten zahlreiche Ergebnisse erzielt werden, die in diesen wenigen Zeilen nicht eingehend wiederzugeben sind. Der großzügige Eingang zur Befestigung wurde freigelegt. Das Ausmaß der erhaltenen Bauteile ist bemerkenswert. Im übrigen wurden zwei Backöfen freigelegt. Sie sind materielle Zeugen der lokalen Macht der Seigneurs während der feudalistischen Zeit. Weitere Gebäude wurde freigelegt, ihre Bedeutung muss noch bestimmt werden.
Was die zeitliche Bestimmung angeht, bestätigt eine Urkunde in einer kürzlich im Südwesten Frankreichs entdeckten Kartensammlung, dass das Castrum von Auribeau seit dem Beginn des 11. Jahrhunderts existierte. Die wesentlichen heute sichtbaren Bauteile, Umfassung und Wehrturm, scheinen aus einem Bauabschnitt des 12. Jhdts. zu stammen.
Die Aufgabe des Ortes ist aus schriftlichen Quellen bekannt: 1333 wurde das Castrum von Auribeau als unbewohnt und seine Länderein als zu Saignon gehörig beschrieben. Wahrscheinlich haben sich seine letzten Bewohner damals in Saignon niedergelassen. Diese Information wird durch die Ausgrabungen erhärtet. Am Ende der Besiedlung war der monumentale Eingang in eine Wohnung umgewandelt worden. Keramikfragmente auf dem Boden erlauben die Datierung der Aufgabe des Ortes zu Beginn des 14. Jhdts.
Am Ende dieser ersten Grabungsperiode am Fort (welche die Grabungen an der Kirche und ihrem Umfeld von 1988 durch Yann Codou fortsetzte) ist es unzweifelhaft, dass der Bereich um Saint Pierre sich als bedeutend für das Studium mittelalterlicher Wohnformen des 11.-12. Jhdts. erweist. Daher ist vorgesehen in 2008 diese archäologischen Studien in enger Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde, der Universität Nizza, und dem archäologischen Dienst des Departements Vaucluse fortzusetzen. Ab September 2007 wird eine detaillierte Dokumentation der Konstruktionen in Angriff genommen.
